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Der Alltag, Fußball und Pinguine

Autor: Matthis | Datum: 06 September 2017, 08:36 | 1 Kommentare

Dag!

Zu Beginn möchte ich direkt mal sagen, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich es durchhalte einmal pro Woche einen Eintrag hochzuladen. Das hängt damit zusammen, dass ich wie auch in Deutschland sehr faul bin und außerdem auch endlich was zutun habe. (in der Schule nie)  

Naja nun gehe ich mal zu den interessanteren Dingen über... An unserem zweiten Wochenende waren wir zum ersten Mal in Kapstadt und haben dort eine tolle Sightseeingtour mit Marius (unserem Mentor), seinem Sohn Dylan, seiner Tochter Luca und den üblichen Verbrechern aus meiner WG gemacht. Die Sightseeingtour hatte als Hauptattraktion die Fahrt auf eine Aussichtsplattform vor dem Tafelberg und als wir dort ankamen, mussten wir wegen der atemberaubenden Aussicht einfach aussteigen. "The bus is going to leave in 10 min." 10 Minuten? Ach, dann kann ich ja mal einfach meine Tasche unbewacht im Bus lassen. Geklaut wurde zwar nichts, doch die Bilder auf denen ich dem bereits abfahrenden Bus hinterherrenne um mit der Tasche am Ende fast überfahren zu werden, sind genial. 

An diesem Abend folgte dann noch eine Art Grillparty, bei der Dylan versuchte mit uns zu "braaien", was eine in Südafrika und Namibia verbreitete Art des Grillens ist. Bei dieser Variante des Grillens wird Fleisch zwischen Grillroste geklemmt, was das Wenden des Fleisches um einiges erleichtert. Aber genug zu diesem einen Tag und zurück zum Alltag. 

Am Montag mussten wir in einem Meeting mit Kim festlegen, in welchen Programmen wir gerne arbeiten würden und neben dem Aftercare (welches alle von uns wählten), bin ich jetzt noch Part des Counseling Kurses, in dem gezielt Personen aus Lavender Hill ausgebildet werden, um Menschen mit gesellschaftlichen Problemen wie z.B. Drogenkonsum, häuslicher Gewalt oder "teen pregnancy" zu helfen. Meine Woche in der NWF läuft also ungefähr so ab:

Montag: 10:00-13:00: Counselling Kurs und Meetings 15:00-16:30: Lesen und Hausaufgabenbetreuung

Dienstag: 10:00-14:00: Vorbereitungen etc.  15:00-16:30: Basteln und Hausaufgabenbetreuung 

Mittwoch: 10:00-13:00: Counselling Kurs 2 15:00-16:30: pädagogische Spiele und Fußball

Donnerstag: 10:00-14:00: Meeting mit Malany und Vorbereitungen 15.00-16:30: Junior Boys Club 

Freitag: 8:30-13.00: Vorbereitungen und Admin Work 14:00-15:30: Senior Boys Club

Das Aftercare ist einer Nachmittagsbetreuung in Deutschland ähnlich, wobei diese hier neben dem Spaß, auf das Fernhalten der Kinder vom Gangster-Dasein abzielt. 

Das Aftercare bietet den Kindern sowohl Spaß, als auch kreative Bildungsangebote. Im Hintergrund schwingt aber auch immer das Ziel mit, den Kindern eine Alternative zu bieten, die Sie von abweichendem Verhalten wie z.B. Gangsterism fernhält.

  

Zusätzlich möchte ich noch anmerken, dass diese Arbeit mir extrem viel Spaß macht, da ich bisher mehr oder weniger nur beschrieben habe!

Meine Freizeit:

Nach der Arbeit ruhen wir uns meistens erstmal alle kurz aus, da das Geschreie von 35 Kindern einen erstaunlich schnell fertig macht. Danach skypen wir dann meistens mit Familie, Freunden oder auch der Freundin (die ich ja bekanntlich nicht habe). Andere Dinge, die dann noch erledigt werden müssen, wie einkaufen, waschen, kochen und auch abwaschen, werden dann erledigt. 

Außerdem haben Piet und ich nach langer Recherche einen Fußballclub gefunden, bei dem wir mittrainieren und vielleicht heute auch schon spielen können! Die dritte Mannschaft des Meadowridge AFC ist eine Mannschaft in unserem Alter, die uns "große deutsche Innenverteidiger" mit offenen Armen empfangen haben. Zudem möchte ich anmerken, dass wir ebenfalls bei der ersten (spielen in der 2. Liga) und der zweiten Mannschaft mittrainiert haben und nicht zu schlecht waren, sondern einfach nie gespielt hätten...

Nun möchte ich nur noch schnell auf den vergangenen Sonntag eingehen. Neben einem ereignisreichen Minigolfspiel, bei dem Mirko ein kleines Kind mit den Worten "Fucking shit" zum Weinen brachte und ich verloren habe, sahen wir noch einiges mehr. Als sei es nicht schon genug für unsere mitteleuropäischen Köpfe gewesen, als wir von einem Berg aus einen Wal sehen konnten... Nein! Es muss ja auch noch ausgerechnet an einem Strand, an dem kaum jemand war, ein Pinguin zu uns rüberwatscheln, um gefühlt zehn Minuten für Mirkos Kamera zu posen. Komplett geflasht zu Hause angekommen, war kaum noch wer von uns für irgendetwas aufnahmefähig, weshalb alle auf ihre Zimmer verschwanden.

Mir geht es hier also offensichtlich sehr gut, obwohl ich auch ein wenig das Rumgescheuche zu Hause vermisse, da ich an nichts anderes gewöhnt bin.

Vielen Dank wenn ihr bis hier durchgehalten habt und euch so für mein Leben in Südafrika interessiert. Ich werde versuchen euch immer mal wieder auf dem Laufenden zu halten.

Totsiens, Matthis.

(Bilder werden auch demnächst hinzugefügt!)

 

 

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Kommentare

  1. 1. Neele  |  06 September 2017, 12:02

    ' ein pinguin !! Klingt cool !!

 

 

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